Ulme (Rüster) – Eigenschaften und Merkmale
Die Ulme – im Holzhandel traditionell auch Rüster genannt – zählt zu den charaktervollen heimischen Laubhölzern. Ihr Holz ist bekannt für eine ausdrucksstarke Maserung, hohe Zähigkeit und ausgezeichnete Bearbeitbarkeit. Diese Kombination macht Rüster seit jeher zu einem geschätzten Werkstoff für hochwertige Möbel, Innenausbau und dekorative Anwendungen. Eine fundierte Holzinformation über die Ulme bietet Einblicke in ihre Eigenschaften, typischen Einsatzbereiche und besonderen Merkmale, um die Stärken dieses vielseitigen Holzes bewusst nutzen zu können.
Allgemeines
Die Gattung Ulmus umfasst rund 41 Arten, die überwiegend in der nördlichen Hemisphäre vorkommen. Die größte Artenvielfalt liegt in Ostasien, während Europa nur wenige Arten beheimatet. In Nordamerika existieren neun Arten. Aufgrund der Ähnlichkeit im Holzaufbau ist eine Artunterscheidung anhand des Holzes allein kaum möglich. Die Holzfarbe variiert je nach Art, was beim Handel von Ulmenholz von Bedeutung ist. In Deutschland wird es als „Rüster“ bezeichnet, international als „elm“. Europäisches Ulmenholz ist heute kaum noch verfügbar, da seit den 1920er Jahren viele Bäume dem Ulmensterben zum Opfer fallen, einer durch Pilze und den Ulmensplintkäfer ausgelösten Krankheit. Das meiste in Europa verwendete Ulmenholz stammt mittlerweile aus China und wird hauptsächlich als Fertigprodukt verarbeitet.
Farbe und Struktur
Der Splint ist hell (gelblich bis hellgrau) und klar vom Kernholz abgegrenzt. Das Kernholz reicht von hellbraun bis dunkel rotbraun und dunkelt an der Luft nach. Ulmenholz ist mehr oder weniger ringporig, mit groben Frühholzporen und feinem Spätholz, was ein lebhaftes, dekoratives Holzbild erzeugt. Die radialen Flächen zeigen oft Holzstrahlen, die bis zu 1 mm hoch als kleine Spiegel sichtbar sind.
Gesamtcharakter
Ulmenholz (Rüster) wirkt durch die Kombination von Früh- und Spätholzporen sehr lebhaft und dekorativ. Farb- und Maserungsabweichungen sind typisch und können das Holz besonders attraktiv machen.
Stammform
Ulmen bzw. Rüster wachsen zumeist gerade und zylindrisch. Im Wald erreichen sie Höhen zwischen 15 und 30 Metern und Durchmesser von 30 bis 80 cm. Astfreie Längen können 5 bis 15 Meter betragen. Einzelbäume im Freistand haben oft kürzere, breitere Stämme und tief angesetzte Kronen.
Trocknung
Ulmenholz sollte langsam getrocknet werden, um Rissbildung und Verformungen zu vermeiden. Das Holz hat mittlere Schwind- und Quellwerte und zeigt ein noch befriedigendes Stehvermögen.
Bearbeitungseigenschaften
Rüster ist ein mittelschweres, zähes Laubholz, das gedämpft gut zu biegen ist. Es lässt sich gut mit Hand- und Maschinenwerkzeugen bearbeiten, messern und schälen. Nageln, Schrauben und Verleimen sind problemlos möglich, die Passgenauigkeit von Holzverbindungen ist hoch. Aufgrund der dichten Struktur kann Schleifen oder Hobeln bei unregelmäßigem Faserverlauf filzige Oberflächen erzeugen.
Dauerhaftigkeit
Aufgrund seines attraktiven Holzbildes wird Ulmenholz häufig für:
- Furniere für Möbel, Vertäfelungen, Paneele und Türblätter
- Parkett und Treppenstufen
- Biegeformteile und Drechselarbeiten
- Spielzeug und Haushaltsgegenstände
Alternative Hölzer
Rüster kann in Innenanwendungen teilweise Eiche, Esche oder Ahorn ersetzen. Ähnliche Alternativen aus Asien oder Nordamerika sind Keyaki (Zelkova spp.) und Hackberry (Celtis spp.).
Besonderheiten
Europäische Ulmen sind selten, da viele dem Ulmensterben erlegen sind. Durch gezielte Forschung und forstliche Maßnahmen konnte jedoch die Ausbreitung der Krankheit verlangsamt werden, sodass das Holz weiterhin genutzt werden kann.
Darum lieben wir Ulme in unserer Schreinerei in Schongau für Möbel mit Naturwirkung
Ulme (Rüster) bringt eine lebendige, dekorative Maserung mit, die Möbel besonders natürlich und charaktervoll wirken lässt. Sie ist ideal, wenn ein Holzbild gewünscht ist, das man „spürt“ und das nicht wie von der Stange aussieht. In unserer Schreinerei in Schongau nutzen wir Ulme gern für Projekte, bei denen die Holzoptik ganz bewusst Teil des Designs ist.